Dienstag, April 17, 2007

Stöckchen

Bei Olaf fand ich heute...
(eigentlich war's gestern,
doch Leute!
was reimt sich schon auf "gestern"?
Außer "Schwestern"?)
... ein Stöckchen. Mit Geschichte.
Und dachte mir: Ich dichte!
Geschichten find ich fade,
viel besser wär: Ballade!

Drei Sätze sind gegeben.
Wir hauchen ihnen Leben
ein. Durch Blablabla
und Drumherum.
Doch bald schon wird mir eines klar:
Die Idee war selten dumm!

So starte ich noch ganz verwegen
mit: "Der Wagen raste gegen
einen Baum"
und kaum
hab ich das überdacht,
drängt Zweifel auf mit aller Macht.
Ich zaudere wie Faust bei Goethe.
Wär' schön, wenn Zwischenraum sich böte!
Denn zwischen sich haben zwei Bäume
- mal viel, mal wenig - Zwischenräume.
Ganz anders ist's bei einem Baum.
Dem mangelt es an Zwischenraum.
Ganz klar muß früher oder später
ein mir völlig unbekannter Täter
dagegen fahr'n mit viel Getöse.
Der Fahrer tot, der Baum ist böse.


Schon komme ich zum zweiten Satz
und schimpfe wie des Rohres Spatz.
Was - bitte! - reimt sich denn genau
auf den zweiten Teil: "Die Frau
setzte ihren Hut zurecht"?
Mir wird vom Dichten noch ganz schlecht.
Und denke bei mir: "Meine Güte!
Welche Frau trägt denn noch Hüte???"

Besonders schwer der dritte Teil.
Ihr fragt warum? - Ich sag's Euch. Weil:
"Der Mann zündete
eine Zigarette an." kündete
von mangelhaftem Satzaufbau.
Wer wird aus solch Grammatik schlau?
Das "was" ist klar, das "wem" die Frage!
Noch während ich Synapsen plage,
ob "Dir", "mir" oder "sich"
läßt die Reimwut mich im Stich.
Gestehe mir letztendlich ein:
Ich laß das mit dem Stöckchen sein!

Erleichtert flüster ich ganz leise:
"Die Idee war wirklich .... großer Mist!"

1 Kommentar:

Radegast hat gesagt…

Das war ja mal nett, schön gereimt. Grandios!